Notarverträge - Inhalte und Gliederung

Die wichtigsten Abschnitte eines Notarvertrags – einfach erklärt

Ein Notarvertrag besteht aus mehreren klar gegliederten Abschnitten. Jeder davon hat eine eigene rechtliche Bedeutung und konkrete Auswirkungen auf Käufer und Verkäufer.

1. Vertragsparteien

In diesem Abschnitt werden Käufer und Verkäufer eindeutig benannt. Hier wird festgelegt, wer rechtlich handelt und verpflichtet ist. Fehler oder Unklarheiten (z. B. bei Ehepartnern, Erbengemeinschaften oder Firmen) können später zu erheblichen Problemen führen.

2. Beschreibung der Immobilie (Kaufgegenstand)

Die Immobilie wird exakt beschrieben – inklusive:

  • Grundbuchblatt
  • Flurstücknummer
  • Adresse
  • ggf. Stellplätze oder Nebenflächen


Dieser Abschnitt stellt sicher, dass zweifelsfrei klar ist, welche Immobilie verkauft wird. Abweichungen zwischen Erwartung und rechtlicher Beschreibung können zu Missverständnissen führen.

3. Auflassungsvormerkung

Ein sehr wichtiger Punkt für Käufer:

  • Sie wird im Grundbuch eingetragen
  • Sie schützt davor, dass der Verkäufer die Immobilie mehrfach verkauft oder belastet

➡️ Ihre Kaufabsicht wird rechtlich gesichert.

4. Übergang von Besitz, Nutzen und Lasten

Hier wird geregelt ab wann Sie die Immobilie nutzen dürfen, ab wann Sie Kosten tragen (Grundsteuer, Versicherungen, Nebenkosten), und die Übergabetermin (Schlüsselübergabe)

5. Sachmängelhaftung („gekauft wie gesehen“)

Bei Bestandsimmobilien üblich:

  • Der Verkäufer haftet in der Regel nicht für Mängel
  • Ausnahmen: arglistig verschwiegene Mängel

➡️ Deshalb sind Besichtigung, Unterlagenprüfung und ggf. ein Gutachten besonders wichtig.

6. Belastungen und Grundbuchregelungen

Im Grundbuch ersichtlich:

  • Bestehende Grundschulden oder Rechte Dritter
  • Welche Einträge gelöscht werden
  • Welche ggf. übernommen werden
  • Wegerechte etc.

7. Kosten und Steuern

Im Notarvertrag ist geregelt:

  • Wer Notar- und Grundbuchkosten trägt (meist der Käufer)
  • Hinweis auf die Grunderwerbsteuer
  • Maklerprovision ( wenn ein Makler involviert ist, betragen die Kosten in der Regel 3,57% aus dem Kaufpreis)

8. Rücktrittsrechte und Haftung bei Vertragsverletzung

Der Vertrag legt fest, ob Rücktrittsrechte bestehen und welche Konsequenzen bei Vertragsbruch drohen


Nach der Beurkundung ist der Vertrag in der Regel bindend. Ein Rücktritt kann teuer oder sogar unmöglich sein.

9. Schlussbestimmungen

Formale Regelungen, z. B.:

  • salvatorische Klausel
  • Gerichtsstand
  • Hinweise des Notars


Auch wenn dieser Teil unscheinbar wirkt, kann er im Streitfall rechtlich relevant sein.

Fazit: Sicherheit durch Klarheit

Ein Notarvertrag schützt Käufer und Verkäufer gleichermaßen –  Jeder Abschnitt eines Notarvertrags hat aber konkrete rechtliche Folgen. Wer weiß, wo welche Regelung steht und was sie bedeutet, trifft sicherere Entscheidungen und vermeidet spätere Komplikationen.

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